Apfelsaftpressen der Siedlerkinder auf der Streuobstwiese

Frischer kann man Apfelsaft nicht genießen. Bei gleich meh-reren Angeboten in der Region wurde am vergangenen Wochenende Apfelsaft frisch gepresst. Vor allem für Kinder ein tolles Erlebnis: „Es macht sehr viel Spaß und der Saft schmeckt super“, bestätigt der achtjährige Julian beim traditionellen Apfelsaftpressen der Gemeinschaft der Siedler und Wohneigentümer im Rastatter Münchfeld.

Auf der Streuobstwiese verfolgen die Kinder mit, wie aus einem Apfel leckerer Apfelsaft wird. Zuerst müssen die Äpfel gepflückt oder vom Boden aufgelesen werden. Auch wenn die Ernte in diesem Jahr eher dürftig ausfällt, gibt es genügend Äpfel zu pressen. Gleich nebenan wird das frische Obst entkernt, ehe es in die Zerkleinerungsmaschine geht. Ganz ohne Strom ist alles Handarbeit. Also wird mit elterlicher Unterstützung kräftig gekurbelt. Anschließend kommen die zerkleinerten Äpfel in eine Presse. Langsam wird der Druck erhöht und schon fließt unten der erste Saft in das Gefäß. Die zehnjährige Annabelle ist mit viel Spaß dabei und berichtet: „Wir haben das auch schon in der Schule gemacht“. Am heutigen Montag bietet Gemeinschaftsleiter Wolfgang Franzke das Apfelsaftpressen auf der Streuobstwiese in Richtung Sandweier für die Schüler der Carl-Schurz- und am Nachmittag für die der Gustav-Heinemann-Schule an. „Wir erleben jedes Jahr eine tolle Resonanz“, berichtet er.

Als Mitmachaktion für Kinder und Familien wurde Apfelsaft-pressen gestern Nachmittag auch im Ottersdorfer Riedmuse-um angeboten. Museumspädagoge Eric Schütt berichtete allerlei Wissenswertes über die harte Erntezeit auf dem Feld. Denn der Herbst war besonders für die Landbevölkerung und vor allem für jene, die Landwirtschaft betrieben haben, eine arbeitsreiche Zeit. Das Getreide wurde eingeholt, der Wein gelesen, das Obst von den Streuobstwiesen geerntet. Zudem musste alles weiterverarbeitet werden. Da haben es die Kinder heute etwas einfacher. Trotzdem war der selbst gepresste Saft für alle etwas Besonderes. Schnell wurde klar, warum er ganz anders als der aussieht, den man im Supermarkt kaufen kann. „Unser Apfelsaft ist eben ein reines Naturprodukt“, freute sich auch Wolfgang Franzke und zeigte sich mit der Resonanz auf das diesjährige Apfelsaftpressen sehr zufrieden.